{"id":2736,"date":"2019-01-02T10:45:04","date_gmt":"2019-01-02T09:45:04","guid":{"rendered":"http:\/\/webserver\/wordpress_aquaponica\/?p=2736"},"modified":"2019-01-02T10:45:04","modified_gmt":"2019-01-02T09:45:04","slug":"fragen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.projekt-aquaponica.at\/?p=2736","title":{"rendered":"Fragen"},"content":{"rendered":"<p>Die Debatte dauert schon l\u00e4nger. Es werden immer wieder neue Systeme vorgestellt, die, wie Aquaponik, nicht immer Boden gebunden sind. Hat Aqua\/Hydo\/Aeroponik \u00fcberhaupt Daseinsberechtigung?<\/p>\n<p>Meine Antwort lautet JA. Definitiv.\u00a0Solche Farmen haben ihren Platz dort, wo klassische Landwirtschaft keinen Platz (mehr) findet. Zum Beispiel auf dem Dach&#8230;<\/p>\n<p>Warum werden also die D\u00e4cher immer noch als tote, nutzlose Fl\u00e4che betrachtet? Manche\u00a0Bauherren lassen eine extensive Begr\u00fcnung mit Sedum-Gras-Kr\u00e4utern herstellen. Meistens, weil es von Gesetz vorgegeben ist. Der Vorteil f\u00fcr Flora und Fauna: solche D\u00e4cher werden meist nur ein bis zwei Mal im Jahr betreten, zur Pflege\/Kontrollzwecken. Danach ist die Natur dort wieder ungest\u00f6rt. Mit der Zeit entwickelt sich ein kleines \u00d6kosystem. Der Vorteil f\u00fcr den Menschen: das Gr\u00fcn auf dem Dach erf\u00fcllt mehrere Funktionen: Staubbindung, Isolierung, Reduktion der Hitzeinseln, Wasserr\u00fcckhaltung, Lebensraum f\u00fcr Tiere und Pflanzen, &#8230; Und doch, Insel bleibt Insel, isoliert.<\/p>\n<p>Aber warum werden diese D\u00e4cher nicht f\u00fcr Lebensmittelproduktion verwendet? Wenn die Geb\u00e4ude erst neu gebaut werden, kann auch gleich die Statik so berechnet werden, dass ein Gew\u00e4chshaus auf dem Dach und eine Fischfarm im Keller ihre Pl\u00e4tze finden. Besonders in den St\u00e4dten w\u00e4ren solche Farmen eine positive Entwicklung. F\u00fcr die Kunden und Betreiber kurze Transportwege, frischeste saisonale lokale Ware, wertvolle Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Und ja, es gibt f\u00fcr mich ein Aber&#8230;\u00a0Nun, warum werden immer noch neue Geb\u00e4ude errichtet, wenn es so viele brachliegende gibt?\u00a0&#8222;In den Jahren 2015 bis 2017 wurden in \u00d6sterreich pro Tag 12,9 Hektar Boden neu verbaut.&#8220; (Umweltbundesamt GmbH,\u00a0Mai 2018)(1). Was bedeutet diese Aussage? Leider seeehr viel. Dieser Boden bleibt versiegelt, f\u00fcr Nahrungsmittelproduktion unbrauchbar. Diese Fl\u00e4chen sind auch f\u00fcr viele Tiere, Pflanzen und Mikrolebewesen verloren. Auf den neu erschlossenen Gr\u00fcnden stehen nicht nur Wohnh\u00e4user, es werden auch einfache Hallen, Industriegeb\u00e4ude und \u00e4hnliches gebaut. Die Menschen sind zufrieden, sie haben ein H\u00e4uschen im Gr\u00fcnen (mit monokulturellem Gras, nat\u00fcrlich mit einem M\u00e4hroboter geschnitten), die notwendige Infrastruktur wie Kanalisation, Wasserleitungen oder Strom wurde verlegt. Wenige bedenken, dass damit wertvoller Lebensraum vernichtet wurde. Es wurden Arbeitspl\u00e4tze behalten\/erschaffen, denn das Gewerbe hatte eine Aufgabe.\u00a0Manchmal entwickelt sich die Siedlung weiter, oder der neue Gewerbe\/Industriestandort gut, zieht weitere Menschen und Firmen an. Wo es keinen horizontalen Platz mehr gibt, passiert Verdichtung, es wird nach oben gebaut. So wird vorhandene schon verbaute Fl\u00e4che mehrfach genutzt. Auch die Infrastruktur, wie Kanal oder Stromleitungen, wird effizienter verwendet. Und doch ist in meinen Augen solche Fl\u00e4che relativ tot. Manchmal liegen manche Geb\u00e4ude doch nach einiger Zeit brach (2). Die Fl\u00e4che wird nicht genutzt. Eine positive Entwicklung w\u00e4re, genau diese verlassenen R\u00e4ume zu nutzen. Allein f\u00fcrs Bauen wurden viele Ressourcen und Energie verwendet. Eine aquaponische Farm l\u00e4sst sich in fast jedem Geb\u00e4ude betreiben, kleine Anpassungen sind klar&#8230;<\/p>\n<p>Aquaponische Landwirtschaft ist von Boden abgekoppelt. Der Kreislauf ist soweit wie m\u00f6glich geschlossen. Die Pflanzenbeete k\u00f6nnen nicht nur auf D\u00e4chern sondern auch auf kontaminierten B\u00f6den errichtet werden. Nat\u00fcrlich ist hier genau zu beachten, dass die Anlage dicht ist und keine giftigen D\u00e4mpfe und\/oder Substanzen ins System gelangen k\u00f6nnen und so die Gesundheit der Menschen, Tiere und Gew\u00e4chse beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. Es ist aber eine M\u00f6glichkeit R\u00e4ume zu nutzen, die f\u00fcr Natur unnutzbar geworden sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>______<br \/>\n(1) www.umweltbundesamt.at\/news_190508a\/http:\/\/www.umweltbundesamt.at\/news_190508a, abgerufen am 25.12.2018<br \/>\n(1) www.umweltbundesamt.at\/umweltsituation\/raumordnung\/rp_flaecheninanspruchnahme,\u00a0abgerufen am 25.12.2018<br \/>\n(2) www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20170329_OTS0134\/rekord-an-verfallenen-immobilien-in-oesterreich-anhaenge,\u00a0abgerufen am 25.12.2018<br \/>\n(2)\u00a0Asamer H,\u00a027.09.2018, &#8222;Leerstehende Gesch\u00e4fte in den St\u00e4dten werden immer mehr&#8220;, diepresse.com\/home\/wirtschaft\/economist\/5503870\/Leerstehende-Geschaefte-in-den-Staedten-werden-immer-mehr,\u00a0abgerufen am 25.12.2018<\/p>\n<p>Weitere Literatur, interessante Pl\u00e4tze:<br \/>\nSchnaitl C,\u00a02012, Masterarbeit,\u00a0&#8222;\u00d6ffentlicher Leerstand in strukturschwachen Gemeinden \u2013 was tun?&#8220;, S. 10 -17,\u00a0<a href=\"http:\/\/zidapps.boku.ac.at\/abstracts\/download.php?dataset_id=9518&amp;property_id=107\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zidapps.boku.ac.at\/abstracts\/download.php?dataset_id=9518&amp;property_id=107<\/a><br \/>\nnonconform zt gmbh, <a href=\"www.leerstandskonferenz.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.leerstandskonferenz.at<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.altlasten.gv.at\/flaechenrecycling\/Flaechenrecycling.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.altlasten.gv.at\/flaechenrecycling\/Flaechenrecycling.html<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.brooklyngrangefarm.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.brooklyngrangefarm.com<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.engen.de\/pb\/site\/Engen\/get\/params_E789285828\/2426447\/6.%20Umweltanalyse%2024.07.18.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.engen.de\/pb\/site\/Engen\/get\/params_E789285828\/2426447\/6.%20Umweltanalyse%2024.07.18.pdf<\/a>,\u00a0abgerufen am 25.12.2018<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.stadtrechnungshof.wien.at\/berichte\/2009\/lang\/04-08-KA-III-42-1-10.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.stadtrechnungshof.wien.at\/berichte\/2009\/lang\/04-08-KA-III-42-1-10.pdf<\/a>,\u00a0abgerufen am 25.12.2018<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.umweltberatung.at\/download\/?id=leitfaden_dachbegruenung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.umweltberatung.at\/download\/?id=leitfaden_dachbegruenung.pdf<\/a>,\u00a0abgerufen am 25.12.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Debatte dauert schon l\u00e4nger. 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